Tübinger MYRA-Tage – Tübinger Tolkien-Tage: Meine erste öffentliche Lesung

“Eine ganze Woche Märchen-Mittelalter-Fantasy” hat das Programm der Tübinger MYRA-Tage versprochen, die dieses Jahr auch einen ganz besonderen Fokus auf das Werk J.R.R. Tolkiens gelegt haben. Ich war an einem von sieben Tagen dabei und konnte unter anderem aus “Drúdir” lesen, aber auch Vorträgen und Lesungen lauschen, an Workshops teilnehmen und vor allem viele spannende Gespräche mit Gästen, Veranstaltern und Autorenkollegen führen.IMG_1105

Die Hinfahrt erwies sich als ein wenig abenteuerlich – der Berliner Ring war unterbrochen und ich habe es erst in letzter Minute in den Fernbus geschafft, der dann im Verlauf von elf Stunden durch Staus und an Baustellen vorbei nach Tübingen gefahren ist. Ich konnte nun endlich meinen Aetherangelegenheiten-Thermobecher einweihen, der mir gute Dienste dabei geleistet hat, dauerkoffeiniert und gleichzeitig umweltfreundlich zu bleiben.

Schließlich kam ich in der idyllischen Tübinger Altstadt an, die mit ihren Fachwerkhäusern und Kirchen, aber auch den vielen Studenten, die am Abend in Cafés sitzen, ebenso geschichtsverwurzelt wie lebendig wirkt. Mit der Unterkunft klappte alles und so war ich am nächsten Morgen dann auch bereit für einen ganzen Tag Märchen-Mittelalter-Fantasy.

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Der “Mittelalter”-Aspekt wurde von einer Schwertkampf-Gruppe abgedeckt und mir wieder einmal bewusst, wie verwirrend die korrekte Handhabung eines europäischen Schwertes ist, wenn man mehrere Jahre damit verbracht hat, sich an Iaido und Kendo zu gewöhnen.

Nathalie Wojta, Autorin des Romans “Blutränke” und des Webcomics “Requiem Aeternam” hat sich bei einem improvisierten Schreibworkshop bewundernswert geschlagen (und sich anschließend mit einem ihrer vielen flauschigen Merchandise-Artikel auf dem Kopf von mir fotografieren lassen).

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Dann ging es mit einem Vortrag über Tolkiens Biographie weiter und ich hatte die Gelegenheit, Frank Weinreich live zu erleben, dessen Buch “Fantasy – Einführung” ich für meine BLL (meine erste “wissenschaftliche” Arbeit, die Gesa Schwartz auf ihrer Website veröffentlicht hat – ja, das muss ich in kursiv schreiben^^) herangezogen habe. Der Vortrag hat mich – Achtung, jetzt kommt ein absoluter Swantje-Satz – daran erinnert, dass ich die Literatur-Vorlesungen an der Universitetet i Bergen ein bisschen vermisse.

Ich habe konnte außerdem den Lesungen von Michael Schöck (“Seelensplitter”) und Holger M.Pohl (“ARKLAND”) lauschen und als Zuhörerin des “Story-Slam”, wo Autoren mit Micro-Ausschnitten aus ihren Werken gegeneinander angetreten sind, kurze Einblicke in verschiedenste Fantasy-Universen erhaschen und mich fragen, wieso Veronika Serwotka (“Wyvern”) eigentlich nicht als Hörbuchsprecherin arbeitet. Gewonnen hat übrigens – absolut verdientermaßen – Jasmin Weidner.

 

Tja, und schließlich war es so weit. Ich habe zum ersten Mal vor einem Publikum, das nicht aus meinen Freunden und meiner Familie bestand, aus “Drúdir” vorgelesen – und es lief großartig, obwohl es noch am Vortag so aussah, als würde ich erkältet und heiser vor mich hin raspeln (und ich habe mich auch den Tag über nicht unbedingt klug verhalten – jeder der mir sagt, dass es keine gute Idee war, trotz meiner Erkältung in einem kühlen Veranstaltungsraum eine tief ausgeschnittene Bluse zu tragen, bekommt einen genervten Blick und das Eingeständnis, dass er oder sie vollkommen Recht hat).

Das Publikum war klein, aber sehr aufmerksam und neugierig und es hat sich schließlich (auch dank der Moderation von Tolkien-Tage-Organisator Wolfgang G. Wettach, der ein großes Kompliment für das verdient, was er da auf die Beine gestellt hat) ein lebendiger Dialog ergeben.

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Der Abend klang schließlich mit einer “Fantasy-Gala” in Schloss Hohentübingen aus. Zwischen antiken Skulpturen konnten die Zuschauer sich sehr gelungene Vertonungen von Tolkien-Gedichten und eine Lesung von Seraph-Preisträgerin Julia Lange anhören und einen Blick hinter die Kulissen des Film-Projekts “Der Herr der Floppy Disc” werfen, dessen Schöpfer – eine Gruppe fantasy- und spielebegeisterter Tübinger Studenten – gerade am zweiten Teil arbeiten.

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Am nächsten Tag ging es dann mit den übriggebliebenen Leseproben, Zetteln mit Mailadressen und einer Menge schöner Erinnerungen nach Hause. Nachdem meine erste Lesung so gut gelaufen ist, freue ich mich noch mehr auf die nächsten und bin außerdem fest entschlossen, 2018 die eine oder andere Convention und Buchmesse zu besuchen, einfach, weil ich den Austausch mit anderen Lesern und Autoren bei den Tolkien-Tagen so genossen habe.

IMG_1126Ich bedaure höchstens ein bisschen, dass ich noch keine Bücher dabeihatte, die ich verkaufen und signieren konnte – aber das wird bei meinen nächsten beiden Veranstaltungen, der großen Buch-Premiere und “Darkerkant”, anders sein.

 

 

 

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